Route 66

„If you ever plan to motor west
Travel my way, take the highway,
that's the best
Get your kicks on route 66“
Der Bluessong, im Januar 1946 von Bobby Troup komponiert und im gleichen Jahr von Nat King Cole erstmals vorgestellt, wurde zum Welthit. Auch die legendäre Route 66 ist nach wie vor ein „Hit“. Zwar nicht mehr als wichtigste Ost-West-Verbindung quer durch den nord­amerikanischen Kontinent, aber als begehrtes Touristenziel mit einzigartigem Flair und Mythos.

1926 begann man damit, den U.S. High­­way 66 als durchgehende Straße von Chicago (Illinois) bis nach Los Angeles (Kalifornien) auszubauen. Aber erst 1937 war die insgesamt 3939 Kilometer lan­ge Strecke komplett asphaltiert. In den Zeiten der Depression nutzte die verarmte Land­bevölkung der zusätzlich durch eine lang anhaltende Dürre heimgesuchten Staaten des mittleren Westens die Route 66 zur „Flucht“ in ein vermeintlich besseres Leben nach Kalifornien. John Steinbeck beschrieb 1939 die Um­stän­de, das Leben an und auf der Mother Road genannten Straße  ausführlich und eindrucksvoll in seinem Roman „Die Früchte des Zorns“. Mit dem Bau der mehrspurigen Inter­states in den siebziger Jahren schien das Ende des Route 66 besiegelt.  Offi­zi­ell gibt es den U.S. Highway 66 seit 1985 nicht mehr. Doch als „Historic Route 66“ lebt die sehenswerte Straße weiter - wenigstens in Teilstücken.

So wie etwa in Arizona zwischen Flag­staff und Kingman, wo man teilweise pa­rallel zur neuen Interstate, vorbei an pitoresken Geschäften, leerstehenden Motels und nostalgischen Tank­stellen, das Gefühl der Weite und der Freiheit des Südwestens ungestört genießen kann.  Oder die malerische Berg­strecke über den berüchtigten Sit­greaves Pass  bis ins heute touristisch voll erschlossene Goldgräberstädtchen Oat­­­man mit seinen Eseln, die durch die Straßen laufen und durch nichts aus der Ruhe zu bringen sind - außer mit einer Handvoll Futter.

Die Route 66 ist heute eine Sehens­würdig­keit für Nostalgiker, eine erlebnisreiche Tour für Biker und ein erholsames Abenteuer für Reisende, die dem Stress und der Hektik der Inter­states entkommen wollen. Nur Zeit sollte man mitbringen. Zeit, für ein ausgiebiges Break­fast in einem der liebevoll dekorierten Diner. Zeit, um die un­zähligen Prärie­hun­de am Straßen­rand zu beobachten und Zeit, um die Zeugnisse der Ver­gan­genheit, z.B. die Ar­chi­tektur der historischen Motels oder die Technik der alten Zapfsäulen, zu studieren. An der Route 66 scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
 

Gemütliches Diner in Williams
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Hat auch schon bessere Zeiten erlebt I
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Hat auch schon bessere Zeiten erlebt II
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Wigwam Motel in Holbrook
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Schilder I
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Schilder II
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